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Lies Alle Falschmeldungen über das kultivierte Fleisch

Seit der Ankündigung vom kultivierten Fleisch im Jahr 2013 haben die verschiedenen Tierhaltung- und Agrobusiness-Lobbys begriffen, dass diese Innovation ihre wirtschaftlichen Interessen ruinieren könnte. Deshalb haben sie begonnen eine Reihe von Fake News zu verbreiten, um die Leute vor dieser historischen Innovation, die die Welt in ethischer, ökologischer und gesundheitlicher Hinsicht revolutionieren wird, zu erschrecken.

„DIESES FLEISCH IST NICHT GESUND“

Falschmeldung

Falschmeldungen und Desinformationen zielen darauf ab, die Verbraucher zu erschrecken, indem sie versuchen, die Idee zu verbreiten, dass In-Vitro-Fleisch gesundheitsschädlich ist. Sie stützen sich dabei auf der Angst vor Neuem und auf dem logischen naturalistischen Trugschluss, der auf der Annahme beruht, dass alles, was natürlich ist, gut ist, während alles, was nicht natürlich ist, schlecht oder gefährlich ist. Das stimmt offensichtlich nicht: Medikamente sind künstlich und im Labor hergestellt aber sie retten Leben während Pilze natürlich sind aber viele von ihnen uns vergiften und töten können.

In-Vitro-Fleisch ist weniger anfällig für Bakterien und Zersetzung, und da es deutlich kontrollierter ist als herkömmliches Fleisch, ist die Exposition gegenüber toxischen Chemikalien wie Pestiziden und Fungiziden geringer.

Quelle: P. D Edelman, D. C. McFarland, V. A. Mironov e J. G. Matheny, In vitro-cultured meat production, in Tissue Engineering, vol. 11, 5–6, 2005, pp. 659–662, DOI:10.1089/ten.2005.11.659, PMID 15998207.

Laborfleisch

„KULTIVIERTES FLEISCH IST VOLLER ANTIBIOTIKA“Falschmeldung

ASSOCARNI, ein Verband der italienischen Agrar-, Viehzucht- und Fleischindustrie- Lobby, schreibt: “In-Vitro-Burger sind voller Antibiotika“ 

Antibiotika werden in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt, weil die Tiere durch die lebenslange Gefangenschaft unsäglichen Stress haben, der ihre Immunabwehr schwächt und sie anfällig für Krankheiten und die Übertragung von Bakterien macht.
Für diese Grausamkeit wird die gesamte Menschheit mit einer Antibiotikaresistenz bestraft, d. h. die Bakterien entwickeln eine Immunität und die Medikamente werden nutzlos. Zum Beispiel sterben jetzt viele Menschen, die früher mit Colistin behandelt werden konnten.

Bei kultiviertem Fleisch hingegen werden keine Antibiotika verwendet. So wäre das Problem mit der Antibiotikaresistenz für immer gelöst.

„KULTIVIERTES FLEISCH IST KREBSERREGEND“

Falschmeldung

COLDIRETTI, ein Verband der italienischen Agrobusiness, schreibt: „Die hohe Zellvermehrungsrate kann zu einer genetischen Instabilität der Zellen führen, indem sie die potenzielle Vermehrung von sporadischen Krebszellen fördert.

Das Krebsrisiko scheint nicht relevant zu sein. Man muss bedenken, dass das Fleisch gekocht wird, und wenn es nicht gekocht wird, wird es im Verdauungstrakt zersetzt. Das Krebsrisiko ist ganz anders als bei bestimmten Bedingungen in der regenerativen Medizin, wo lebende Zellen injiziert werden.

Kein Krebsrisiko

„DIESES FLEISCH ENTHÄLT KEIN TIERISCHES EIWEIß“

Falschmeldung

COLDIRETTI, ein Verband der italienischen Agrobusiness, schreibt: „Hinzu kommen die mit dem Verzicht auf tierisches Eiweiß verbundenen Risiken eines Nährstoffmangels, die in der Geschichte der Menschheit durch eine umfangreiche medizinische Literatur gut dokumentiert sind und insbesondere bei Kindern schwerwiegende und manchmal irreversible Krankheitssymptome hervorrufen“.

Kultiviertes Fleisch ist echtes Fleisch, es ist also einfach falsch zu sagen, dass es kein tierisches Eiweiß enthält.

IST KULTUVIERTES FLEISCH UNGESUND? Nein.

Fleisch an sich gehört sicher nicht zu den gesündesten Lebensmitteln. Gemüse ist zweifellos das beste Lebensmittel für die Gesundheit. Aber im Vergleich zu konventionellem Fleisch gibt es keinen Zweifel: kultiviertes Fleisch ist definitiv gesünder, und zwar aus vielen Gründen.

1 - ES IST NICHT GVO

Die Herstellung vom kultivierten Fleisch erfordert keine gentechnischen Verfahren wie das Einfügen, Löschen, Ausschalten, Aktivieren oder Mutieren von Genen. Die kultivierte Fleischerzeugung ermöglicht es, biologische Prozesse, die normalerweise im Tier ablaufen, ohne das Tier ablaufen zu lassen. Da kultiviertes Fleisch in einer kontrollierten künstlichen Umgebung gezüchtet wird, haben einige gesagt, dass kultiviertes Fleisch eher hydroponischem Gemüse als gentechnisch verändertem Gemüse ähnelt. (1)

Weitere Forschungen zu kultiviertem Fleisch sind im Gange, und obwohl kultiviertes Fleisch keine Gentechnik erfordert, könnten Forscher solche Techniken einsetzen, um Qualität und Nachhaltigkeit zu verbessern. Die Anreicherung von kultiviertem Fleisch mit Nährstoffen, wie z. B. nützlichen Fettsäuren, ist eine Verbesserung, die durch gentechnische Veränderungen ermöglicht werden kann. Die gleiche Verbesserung kann ohne gentechnische Veränderung durch Manipulation der Bedingungen des Kulturmediums erreicht werden. Gentechnische Veränderungen können die Proliferation von Muskelzellen erhöhen. 

Die Einführung von myogenen Regulationsfaktoren, Wachstumsfaktoren oder anderen Genprodukten in Muskelzellen kann die Produktion im Vergleich zu konventionellem Fleisch steigern. (2)

Um die Verwendung von tierischen Produkten zu vermeiden, wurde die Verwendung von photosynthetischen Algen und Cyanobakterien zur Herstellung der Hauptbestandteile von Kulturmedien vorgeschlagen anstelle von fötalem Rinder- oder Pferdeserum. (3)

Einige Forscher schlagen vor, die Fähigkeit von Algen und Cyanobakterien zur Herstellung von Inhaltsstoffen für die Kulturmittel mit bestimmten Technologien zu verbessern. (4)

2 - GESUNDES FETT STATT SCHÄDLICHES FETT

Forscher haben vorgeschlagen, dass Omega-3-Fettsäuren als gesundheitlicher Bonus dem kultivierten Fleisch zugesetzt werden könnten. (5)

Ebenso kann der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in konventionellem Fleisch durch eine veränderte Ernährung der Tiere erhöht werden. 

(6) In Spanien wird derzeit an der Entwicklung von kultiviertem Fleisch mit gesünderen Fetten geforscht, die das mit dem Verzehr von rotem Fleisch typischerweise verbundene Cholesterin- und Dickdarmkrebsrisiko verringern könnten. (7)

3 - KEINE BELASTUNG MIT BAKTERIEN

In einer Ausgabe der „Time“ Zeitschrift wurde erklärt, dass das Zellkulturverfahren auch die Belastung des Fleisches durch Bakterien und Krankheiten verringern kann.(8) 

Aufgrund der streng kontrollierten und vorhersehbaren Umgebung wurde die kultivierte Fleischproduktion mit der vertikalen Landwirtschaft verglichen. Einige Befürworter sagen ähnliche Vorteile voraus, was die Verringerung der Belastung durch gefährliche Chemikalien wie Pestizide und Fungizide, schwere Verletzungen und Wildtiere betrifft. (9)

Bakterien

4 - Keine Antibiotika, keine Hormone

Eine der vielen von der Fleischlobby verbreiteten Falschmeldungen ist, dass kultiviertes Fleisch voller Antibiotika ist. „In-Vitro-Hamburger sind voller Antibiotika“, behauptet Assocarni. (10)

Da kultiviertes Fleisch in einer sterilen Umgebung gezüchtet wird, sind keine Antibiotika erforderlich. (11) Der weit verbreitete Einsatz von Antibiotika in der konventionellen Landwirtschaft ist heute die Hauptursache für die Antibiotikaresistenz beim Menschen. (12) Der Weltgesundheitsorganisation zufolge stellt die Antibiotikaresistenz „eine zunehmend ernste Bedrohung für die globale öffentliche Gesundheit dar, die Maßnahmen in allen Bereichen der Regierung und der Gesellschaft erfordert“ (13), und sie rechnet mit bis zu 10 Millionen Todesfällen pro Jahr bis zum Jahr 2050. (14)

Das kultivierte Fleisch könnte eine wirksame Lösung sein, um diese ernste Gefahr für die menschliche Gesundheit zu mindern.

Außerdem müssen bei der großtechnischen Produktion vom kultivierten Fleisch keine künstlichen Wachstumshormone für die Fleischproduktion zugesetzt werden. (15) (16)

Quellen:

  1. Sandhana, Lakshmi. “Test Tube Meat Nears Dinner Table”. Archived from the original on 19 August 2013. Retrieved 27 January 2014. 
  2. Vein, John. “Patent US6835390”. Retrieved 27 January 2014. 
  3. Haagsman, H.P.; K.J. HelIingwerf; B.A.J. Roelen (October 2009). “Production of Animal Proteins by Cell Systems” (PDF). Universiteit Utrecht: Faculty of Veterinary Medicine: 13–14. Archived from the original (PDF) on 12 November 2013. Retrieved 27 January 2014. 
  4. Tuomisto, Hanna L.; Teixeira de Mattos, M. J. (22–24 September 2010). “Life cycle assessment of cultured meat production” (PDF): 5. Archived from the original on 3 February 2014. Retrieved 27 January 2014. 
  5. Macintyre, Ben (20 January 2007). “Test-tube meat science’s next leap”The Australian. Archived from the original on 2 November 2011. Retrieved 26 November 2011. 
  6. Azcona, J.O.; Schang, M.J.; Garcia, P.T.; Gallinger, C.; Ayerza, R. (2008). “Omega-3 enriched broiler meat: The influence of dietary alpha-linolenic omega-3 fatty acid sources on growth, performance and meat fatty acid composition”. Canadian Journal of Animal Science, Ottawa, Ontario, Canada. 88 (2): 257–269. doi:10.4141/cjas07081
  7. “Spanish government invests € 5.2 million in cultured meat project”. foodnavigator.com. Retrieved 12 January 2022. 
  8. Siegelbaum, D.J. (23 April 2008). “In Search of a Test-Tube Hamburger”. (Time Magazine). Archived from the original on 22 January 2010. Retrieved 30 April 2009. 
  9. Despommier, D. (2008). “Vertical Farm Essay I”. Vertical Farm. Archived from the original on 1 July 2009. Retrieved 26 June 2009. 
  10. https://web.archive.org/web/20211210171608/https://tg24.sky.it/mondo/2018/11/21/carne-artificiale-via-libera-usa 
  11. “Could lab-grown meat prevent the next pandemic?”. ZME Science. 14 January 2021. Retrieved 12 January 2022. 
  12. Martin, Michael J.; Thottathil, Sapna E; Newman, Thomas B. (December 2015). “Antibiotics Overuse in Animal Agriculture: A Call to Action for Health Care Providers”. American Journal of Public Health. 105 2409–2410. doi:10.2105/AJPH.2015.302870. ISSN 0090-0036. PMC 4638249. PMID 26469675
  13. “Antibiotic resistance” – www.who.int – Retrieved 12 January 2022. 
  14. “UN, global health agencies sound alarm on drug-resistant infections; new recommendations to reduce ‘staggering number’ of future deaths”. UN News. 29 April 2019. Retrieved 12 January 2022. 
  15. Edelman, P. D; McFarland, D. C.; Mironov, V. A.; Matheny, J. G. (2005). “In vitro-cultured meat production”. Tissue Engineering. 11 (5–6): 659–662. doi:10.1089/ten.2005.11.659PMID 15998207
  16. https://www.theatlantic.com/health/archive/2013/08/is-lab-grown-meat-good-for-us/278778/